Cicero: Redner, Staatsmann, Philosoph, 2. Auflage (Beck by Wilfried Stroh

By Wilfried Stroh

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Während aber dieses dritte, die Wirkung auf die Affek­ te, dem Denker Aristoteles eher unsympathisch war, betont der Redner Antonius, ganz im Einklang mit Ciceros Praxis, die über­ wältigende Wichtigkeit gerade des emotionalen Appells. Die in diesem Sinn gegebene Musteranalyse seiner uns verlorenen Rede Pro Norbano ist die instruktivste Interpretation einer Rede, die wir überhaupt aus dem Altertum haben. Aber erst im Rahmen der elocutio ( der sprachlichen Ausge­ staltung) kommt Cicero wieder zum Hauptproblem seiner Schrift, dem Verhältnis von Philosophie und Rhetorik.

3 5 ] ) . Optimates gibt es in allen Ständen, bis hinab zu den Bauern, Händlern, sogar Freigelassenen! Für ihr politisches Ziel prägt er eine klassisch gewordene Formel : cum dignitate otium, « Muße mit Würde» (unter diesem Motto schicken wir noch heute verdiente Honoratioren in den Ruhestand). Dabei ist unter otium in erster Linie die innere « Ruhe» des Staats zu ver­ stehen, unter dignitas das « Ansehen » sowohl des Einzelnen als auch des Staatsganzen. Keines von beiden, lehrt Cicero, darf auf Kosten des anderen erstrebt werden.

3 . Der letzte ( unvollendete) Dialog De legibus, Über die Gesetze, gibt dem römischen Staat ideale Gesetze. Er dürfte Ciceros Wunschvorstellung entsprechen, als Consular und damit prominenter Senator bei der Gesetzgebung entscheidend mitsprechen zu können. Vorbild hierfür sind, wie­ derum auch im Titel, Platons Nomoi. Auch die Idee, drei Dialoge zu einer Art Corpus zu verknüp­ fen, geht auf Platon zurück: Man denkt besonders an die Trilo­ gie Theaitetos, Sophistes, Politikos. Was aber die äußere Form des Dialogs betrifft, ist nicht nur Platon ein Modell, sondern auch Aristoteles, dessen einst hochgerühmte Dialoge leider verloren sind, und der vielgelesene Platonschüler Herakleides ' Pontikos, der in seinen Dialogen Männe r einer schon entfernten Vergangenheit auftreten ließ (wie Scipio in Ciceros De re publi­ ca) .

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