Die andere Seite der Bildung: Zum Verhältnis von formellen by Hans-Uwe Otto, Thomas Rauschenbach

By Hans-Uwe Otto, Thomas Rauschenbach

Die Bildungsdebatte in Deutschland setzt sich castle: Gefordert wird eine grundlegende Ver?nderung des Bildungs- und Erziehungswesens. Dabei konzentriert sich die Diskussion - wie nicht anders zu erwarten - schwerpunktm??ig auf die Schule. Vergleichsweise unklar ist bislang geblieben, welche Rolle die nichtschulischen Bildungsorte, die informellen Lernprozesse und die au?erunterrichtlichen Akteure einnehmen. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht diese nicht zu untersch?tzende andere Seite der Bildung. Es geht um die Kl?rung einer bildungsbezogenen Selbstverortung der Kinder- und Jugendhilfe als auch um ein neues pragmatisches Verh?ltnis zur Bildungsinstanz Schule. Erst mit der Kl?rung dieser offenen Probleme werden erweiterte Perspektiven f?r eine moderne Bildungspolitik m?glich werden.

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Knapp 10% aller Kinder sind im Laufe der Grundschulzeit sitzengeblieben, sie haben damit unsere 4. Klasse (noch) nicht erreicht. Etwa 1/3 von diesen Sitzenbleibern – so lässt sich überschlägig sagen – sind inzwischen auf eine Sonderschule (meist für Lernbehinderung) überwiesen worden. Kurz: Am Ende der Grundschulzeit haben wir es längst nicht mehr mit allen Kindern eines Altersjahrgangs zu tun, sondern nur noch mit etwa 75 – 80% der ursprünglich gestarteten. Die anderen – ausnahmslos Kinder am unteren Ende des Leistungsspektrums – wurden be2 Auch bezeichnet als „Schule für Lernhilfe“ oder als „Förderschule“.

Obgleich dieser Zusammenhang nicht neu ist, überrascht doch das Ausmaß der sozialen Differenzierung in diesem Bereich, das sich nunmehr näherungsweise quantitativ bestimmen lässt. Die soziale Seite der Bildung 53 7. Bildung als Bürgerrecht – als Programm Die bisher praktizierten Formen der Selektion von SchülerInnen (Zurückstellungen, Klassenwiederholung, Herabstufungen) bringen nicht nur – wie PISA unzweideutig gezeigt hat – nicht den gewünschten Erfolg, sie setzen Misserfolgserlebnisse, wo eine kreative Förderung von SchülerInnen mit ihren Kompetenzen angezeigt wäre.

S. 473), dabei schwanken die Werte zwischen 11% in Brandenburg und 36% in Schleswig-Holstein. Damit gehört Deutschland auch bei den Klassenwiederholungen zu den internationalen Spitzenreitern (vgl. , S. 413). Und auch hier sind die Migrantenkinder1 doppelt so häufig betroffen wie die „Einheimischen“. Mit der Maßnahme des Sitzenbleibens soll erreicht werden, dass lei1 In der PISA-Studie wurde der Migrantenstatus nicht anhand der Staatsangehörigkeit, sondern anhand der Merkmale „erlernte Muttersprache“ und „Geburtsland der Eltern“ festgelegt.

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