Faschismustheorien. Ein Leitfaden by Reinhard Kühnl

By Reinhard Kühnl

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Never Knowing - Endlose Angst. Thriller

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Ich habe versucht zu skizzieren, welche Beschaffenheit historische Entwicklung tatsächlich hat und welchen Fragen sich eine Geschichtswissenschaft, die ihr gerecht werden will, stellen müßte. Eine solche Geschichtswissenschaft hätte also nicht nur zu beschreiben, wie sich die geschichtliche Entwicklung vollzogen hat, sondern auch zu ermitteln, warum sie sich in einer bestimmten Weise vollzogen hat. Erst damit wird sie - strenggenommen - überhaupt zur Wissenschaft, und erst Wesen und Funktion von Geschichtswissenschaft 33 damit ist die Voraussetzung geschaffen, um die bisherigen Erfahrungen der Menschheit zu verarbeiten und das Wissen über Kausalbeziehungen und Triebkräfte der historischen Entwicklung anzuwenden auf unsere Zeit.

Dies gelte ganz allgemein für die Geschichte, aber in noch gesteigertem Maße für den Faschismus und seinen Führer. 10 Für Golo Mann ist Hitler ein »Monstrum«, das »grauenhafteste menschliche Phänomen unseres ... Jahrhunderts«11. Er sei Diktator geworden, »weil er es wollte«. Nach Teilenbach war Hitler »ein dämonischer Mensch in jedem Zuge, von düsterer Großartigkeit«12, nach Peter Hoffmann »ein dämonischer Demagoge«13, nach Meinecke lag in seinem »Wesen und Wirken ... etwas ganz Singuläres und Fremdes und schwer Begreifliches«14.

699), so daß Seton-Watson als soziales Resultat feststellen kann: »Die Klassenteilung weitete sich aus« (S. 706). 4 Seton-Watson faßt das faschistische System als ein Kompromißsystem, als eine Art von Doppelherrschaft zwischen der faschistischen Führung einerseits und der traditionell herrschenden Klasse andererseits auf. Mit Begriffen wie »Teilung der Macht« (S. 700), »zwei parallele Hierarchien von Institutionen« (S. 701), »Dyarchy« (S. 702) versucht er, das Wesen dieses Systems zu charakterisieren, ohne daß freilich das Verhältnis der verschiedenen Machtfaktoren zueinander genauer bestimmt würde.

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