Gesammelte Werke, 10 Bde., Bd.10, Hermeneutik im Rückblick: by Hans-Georg Gadamer

By Hans-Georg Gadamer

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Die Förderung, die Heidegger alsdann durch den Freiburger Husserl und die Überlassung von dessen frühen Manuskripten erfahren hat, sollte man freilich nicht unterschätzen. In der gediegenen Arbeitsweise des jungen Husserl sah er sein wahres Vorbild l . Aber ganz sicher war Husserls Wendung zu den )Ideen<, das heißt seine transzendentale Selbstinterpretation itn Bündnis mit dem Marburger Neu1 Wie sich Heideggers »Kehre« als eine Einlösung frühen Widerstandes gegen die transzendentale Selbstauffassung Husserls und somit als eine Rückkehr zu seinem eigentlichen Auftrag verstehen läßt, habe ich schon längst in Ges.

Wir haben uns ständig mit der Frage auseinanderzusetzen, wie man angesichts des Aufgangs des geschichtlichen Bewußtseins von einem philosophischen Gedankenwerk überhaupt noch Wahrheitsgeltung in Anspruch nehmen dürfe. Dieser Historismus war die Herausforderung, unter der das Philosophieren in meinerJugend stand. Es war das Problem des historischen Relativismus, vor den man sich gestellt sah. Es gibt Leute, die mich heute auch für einen Relativisten halten. Heidegger hat aber gezeigt, daß das nur vom fiktiven Standpunkt eines absoluten Zusehens aus gelten konnte, in dem man sich begnügt, mit Objektivität festzustellen und zur Kenntnis zu nehmen, was in den verschiedenen Zeiten der Denkgeschichte des Abendlandes gedacht worden ist.

Freilich scheint mir die Auffassungsform, unter der Habermas philosophische Fragen dem schrägen Blick des Soziologen aussetzt, in einem seltsamen Widerspruch zu der dauerhaften Wirkung Nietzsches und Heideggers zu stehen. Wer von dem Ende der Philosophie ausgeht und bestenfalls ihrer vergehenden Erscheinungsform im »Diskurs der Moderne« nachgeht, legt damit einen Maßstab fest, der nicht nur Hegel, sondern gerade auch Heidegger wesentlich verkürzen muß. Gewiß kann man, etwa mit Derrida, Heideggers Einordnung Nietzsches in die Geschichte der Metaphysik und in den Anfang ihrer »Verwindung« als einen zum Scheitern verurteilten Versuch sehen - um doch nochmals nach Hegel der Philosophie (statt der Kunst oder dem Mythos) das letzte Wort zu lassen.

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