Interessen und Ideen: Die Entstehung der by Sascha Münnich

By Sascha Münnich

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Daher ist es sinnvoll, diesen deutschen Teil der Debatte um institutionellen Wandel hier gesondert zu beschreiben. Die Dualität von Institutionen, so das Argument vieler Institutionentheoretiker in Deutschland, besteht darin, dass sie auf der einen Seite zwar als soziale Organisationsform wirken, also soziale Interaktion regulieren und ›steuern‹, dass auf der anderen Seite aber jede Institution ihre Stabilität dadurch gewinnt, dass sie eine ›Leitidee‹ institutionalisiert und so einen symbolischen Wertbezug ausdrückt (Weinert 1997: 86; Lessenich 2003; Rehberg 2002: 49).

Webers Arbeit zur Wirtschaftsethik der Weltreligionen ist der bislang umfangreichste Versuch, den Einfluss ideeller Strukturen auf wirtschaftliche Rationalisierung zu untersuchen (Lepsius [1986]1990: 43). Die Offenheit des beschriebenen Interessenbegriffs zeigt, dass Weber die Interessen weder zwingend an die materielle Markt- oder Klassenlage zurückbindet, noch zu rein wertbezogenen Konstruktionen erklärt. Weber öffnet die Analyse für ideelle Interessen bestimmter Gruppen an der – auch institutionellen und materiellen – Durchsetzung ihres Denkens.

Interessen sind Elemente des subjektiven Sinns in konkreten Handlungssituationen, deren Ursprünge sowohl materielle Verteilungsstrukturen als auch Werte oder religiöse Weltbilder sein können. Webers Arbeit zur Wirtschaftsethik der Weltreligionen ist der bislang umfangreichste Versuch, den Einfluss ideeller Strukturen auf wirtschaftliche Rationalisierung zu untersuchen (Lepsius [1986]1990: 43). Die Offenheit des beschriebenen Interessenbegriffs zeigt, dass Weber die Interessen weder zwingend an die materielle Markt- oder Klassenlage zurückbindet, noch zu rein wertbezogenen Konstruktionen erklärt.

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