Kannibale-Werden: Eine postkoloniale Geschichte deutscher by Eva Bischoff

By Eva Bischoff

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Differenz ist in die­ sem Sinne lediglich der Grad der Abweichung zwischen den einzelnen, auf diese Weise hergestellten Einheiten, welche auf einer Skala abgetragen werden kann. 193 Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass der Diskurs über Differenz ein inhärenter Bestandteil der Strategien der Normalisierung ist. Ein ähnliches Bild ergibt sich aus einer postkolonialen Perspektive. ,, 1 In diesem Sinne ist Rassismus als Teil des modernen Normalisierungs­ dispositivs zu verstehen. Hieran wiederum wird die oben bereits angespro­ chene Verschränkung von Bio-Macht, Kolonialismus und Rassismus deut­ lich und zeigt die Notwendigkeit, Metropole und Kolonie als gemeinsames analytisches Feld zu betrachten, eindringlich auf.

Die Neuerung des Ansat­ zes besteht damit lediglich darin, mehrere dieser Abgrenzungsverhältnisse in den Blick zu nehmen statt nur eines. Ein ähnliches Desiderat besteht, wie oben gesehen, hinsichtlich der Notwendigkeit, anders über das kanni­ balische Andere nachzudenken. 1 . 3 A n d e r s ü b e r d a s A n d e r e n a c h d e n ke n : A l t e r i t ä t u n d n o m a d i s c h es S u b j e kt Anders über das Andere nachzudenken bedeutet gleichzeitig auch, die bis­ herigen Theorien der Subjektivität in Frage zu stellen.

13' Stattdessen existiere, so Deleuze, unab­ hängig von einem dialektischen Negationsverhältnis zwischen Eigenem und Anderen "ein Gewimmel von Differenzen [ . . ), ein[ ) Pluralismus von freien, wilden oder ungezähmten Differenzen [ .. "135 In Kon­ sequenz führt dies dazu, dass aus einer deleuzianischen Perspektive "the ,other ' is not the emblematic and invariably vampirized mark of alterity - as in classical philosophy. Nor is it a fetishized and necessarily othered ,other', as in deconstruction.

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